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Auf den Spuren der Geschenke von dem Heiligen Nikolaus bis Weihnachten

Fest der tausend WeihnachtsbaemeWeihnachten ist gleich da. Alle suchen fieberhaft nach passenden Geschenken. Haben Sie schon nachgedacht, wer die ersten Geschenke zu Weihnachten angefertigt hat und warum eben der Heilige Nikolaus am 6. Dezember Geschenke bringt? Wissen Sie, warum man in dem deutschsprachigen Altbuda in dem 19. Jh. keine deutschen Wörter in der Tischgesellschaft eines Gasthofes aussprechen durfte? Wie hängt das mit Weihnachten zusammen? Kommen Sie mit auf eine kleine Zeitreise der Spuren des Beschenkens von dem Heiligen Nikolaus  bis  Weihnachten!


Man beschenkt gerne seine Verwandten und Freunde nicht nur zu den familiären Festtagen, sondern manchmal auch einfach so, ohne einen besonderen Grund. Aber die Weihnachtszeit ist wahrscheinlich der begehrteste Zeitraum dafür, während dessen man nicht nur Verwandte und Freunde, sondern auch andere Leute gerne beschenkt, an die vielleicht niemand denkt, denen es gesundheitlich, finanziell oder wegen beiden erwähnten Gründe nicht so gut geht.
Die Beschenkung fängt schon mit dem Nikolaustag, dem 6. Dezember an. Der ehemalige Bischof von Myra, der im 4. Jahrhundert lebte und als der Heilige Nikolaus später bekannt wurde, ist vielleicht der populärste Heilige bei den Kindern. Mit Recht. Er war ein Mensch mit großem Herzen. Darauf weisen mehrere Episoden aus seinen Legenden hin. Die weitbekannteste ist, nach der er die 3 Töchter eines arm gewordenen Vaters vor der Prostitution so gerettet hat, indem er Goldmünzen durch ihr Fenster ins Zimmer reingeworfen hat. So konnte der Vater aus dem Geschenk von Nikolaus seine Töchter gut verheiraten. Darauf ist der Brauch zurückzuführen, nach dem Nikolaus in die sauber geputzten Stiefel der Kinder, die sich brav benommen haben, Geschenke legt.
Eine andere, weltweit verbreitete Gelegenheit für die Übergabe der Geschenke ist Weihnachten. Aber woher kommt es? Schon die Römer... Ja, wirklich. Die alten Römer kannten schon diesen Brauch. Ganz genau ist es auf den Feiertag zu Ehren des Gottes Saturnus zurückzuführen, der während der Wintersonnenwende gefeiert wurde. An jenem Tag waren die Sklaven die Herren und ihre richtigen Herren haben sie bedient. Aber das dauerte nur einen Tag lang. An jenem Tag wurden auch die Unterschiede in der Gesellschaft aufgehoben und auch die Sklaven wurden beschenkt.
Die Tradition mit dem Beschenken verbreitete sich auch in Ungarn durch germanische Vermittlung.
Die ersten Weihnachtsbäume wurden in Ungarn erst in den 1820- er Jahren bei zwei Adelsfamilien, Podmaniczky und Brunswick aufgestellt, die den Brauch von ihren deutschen Verwandten übernommen haben. Sie haben ihren Kindern, jedem extra einen Weihnachtsbaum gestellt und jedes hat extra auch noch dazu Geschenke bekommen.
Der Brauch hat sich allmählich in dem ganzen Land verbreitet. Es war auch üblich, dass die Adeligen und Reichen auch ihren Angestellten einen Weihnachtsbaum gestellt haben und ihnen Geschenke übergaben.
Berufsvereine, Kirchengemeinden und Tischgesellschaften von Cafés und Restaurants engagierten sich auch zu Weihnachten. Sie sorgten über das ganze Jahr, dass ihre früheren Kollegen, die nicht mehr berufstätig waren und es finanziell und eventuell auch noch gesundheitlich schwer hatten, aber auch dass arme Kinder, zu Weihnachten Geschenke erhalten.
Eines der nettesten Beispiele war dafür am Anfang des 20. Jahrhunderts die „Burg von Kövessy.“
Kövessy war Schauspieler, Regisseur und Direktor eines Theaters. Er hat die Tischgesellschaft der Schauspieler unter dem o. erwähnten Namen im Cafe New York, in dem bekanntesten Cafe des Landes mit dem Ziel gegründet, um zu Weihnachten ihre früheren, alten Kollegen zu beschenken.
Der Namensgeber war eine Burg, die sie aus Papier hergestellt wurde und an ihrem regelmäßigen Treffen immer auf dem Tisch aufgestellt wurde. Die Tischgesellschaft bestand aus Schauspielern, denen verschiedene „Burgjobs“ zugewiesen wurden, die sie spielen mussten. So gab es unter ihnen, wie sich es zu einer ordentlichen und anständigen Burg gehört, Torwächter, Burgvogt, Schatzkammermeister usw.    Ganz strenge Vorschriften und komplizierte Regelungen wurden als Spielregeln festgelegt, die niemand überblicken und einhalten konnte. Das führte zu ständiger Verletzung der Regelungen. Für jeden Fehler musste man Strafe zahlen, die man über das Jahr gesammelt hat und aus deren Summe man im Dezember zu Weihnachten den Bedürftigen etwas geschenkt hat.
Ein weiteres interessantes Beispiel für die Unterstützung der Bedürftigen zu Weihnachten war eine Tischgesellschaft in Altbuda aus dem 19. Jh, wo damals beinahe alle ausschließlich deutsch gesprochen haben. Eben darum hatte sich eine Tischgesellschaft zur Regel gesetzt, während der Treffen keine deutschen und anderen fremden Wörter aussprechen zu dürfen. Es war unmöglich, diese Regelung einzuhalten. Für jede Verletzung der Regel musste man dort auch Strafe zahlen, aus deren Summe arme Kinder meistens mit Kleidern und Schuhen angezogen wurden. Die Zeitungen berichteten gerne über solche Wohltätigkeitsaktionen und beschrieben auch, welcher Verein, welche Tischgesellschaft wo, wie viel arme Kinder bekleidet hat.
Die Vereine machten daraus einen Wettbewerb, weil alle in die Zeitung kommen wollten. Und wie halt eben die menschliche Mentalität ist, wollten alle über sich selbst in der Zeitung lesen, dass sie mindestens einem Kind mehr geholfen haben, als der Nachbarverein.
Als Geschenk wurden aber nicht nur Kleider, Spielzeug oder Lebensmittel übergeben, sondern wie wir es in den Zeitungen von 1916 lesen können,  auch Weihnachtsbäume. Die belgische Prinzessin, Stefanie, die Witwe von Rudolf von Habsburg, die frühere Schwiegertochter von Sissi und Franz Josef, damals Ehefrau von Graf Elemer Lonyay war die Schirmherrin einer schönen Spendenaktion während des ersten Weltkriegs, im Rahmen deren für die Kinder der Männer, die am Krieg teilnahmen, 1000 geschmückte Weihnachtsbäume und Weihnachtsgeschenke gesammelt wurden.
Auf Plakaten wurde die Aktion landesweit bekanntgemacht und die Weihnachtsbäume wurden in Budapest, in der Redoute ausgestellt. (Siehe dazu das Foto.)
Im 19. Jahrhundert hat man zu Weihnachten auch an die Junggesellen gedacht,  damit sie die Festtage nicht alleine und einsam verbringen mussten. Eines der netten Beispiele dafür ist, dass einige Cafés, von denen es zum Ende des 19. Jahrhunderts in Budapest noch viele gab, am Tag des Heiligen Abends für die Junggesellen geöffnet waren. 
Damit aber auch die Angestellten und ihre Familien Weihnachten haben, hat man den Heiligen Abend für sie einen Tag vorher, am 23. Dezember in den Cafés veranstaltet. Dazu wurden die Cafes für die Besucher ganz zugemacht, damit die Angestellten und ihre Familien das Fest ungestört genießen können.

Hiermit wünsche ich Ihnen frohe Weihnachten!

Quelle und Recht des Fotos: FSZEK

Budapest, 23.12.2015

Elisabeth Balazs